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Eine Wissenschaft für sich: Meine ersten (gelungenen) Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln

Erst wollte ich heute nachmittag Anikó schreiben und nach einem guten ungarischen Gulaschrezept fragen. (Das werde ich sicherlich auch noch...sei vorbereitet!) Aber dann hatte ich irgendwie doch keinen Hunger (was an den zwölf Tonnen Schoko-Nervennahrung heute Nachmittag liegen kann) und hab mich zunächst gegen Kochen entschieden, bis mir aus irgendeinem Grund Bratkartoffeln einfielen. Bratkartoffeln sind toll - aber immer lästig, mit Vorkochen und so...dann esse ich die Karoffeln lieber gleich im gekochten Zustand. Und mit Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln verbinde ich irgendwie nur verdammt halbgare und angebrannte Erinnerungen. Und das, obwohl mein Vater eine Koryphäe auf dem Gebiet der Bratkartoffelzubereitung ist - jedenfalls seinem berüchtigten Bratkartoffel-Vortrag nach zu urteilen. Nein, ich kann mich auch an wirklich sehr leckere Bratkartoffeln erinnern, aber trotzdem: Erwähne das Wort "Bratkartoffel", und er wägt in einer etwa halbstündigen Rede die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Zubereitungsweisen und Geschmacksergebnisse ab, um mit einer wunderbaren, alle Parteien versöhnenden These zu enden. Nichtsdestotrotz handelte es sich bei seiner Tochter bisher um eine Bratkartoffel-Versagerin: bis heute! In der neuen Pfanne (von Papa bekommen...na sowas) garten sogar die Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln, sozusagen die Königsdisziplin der Bratkartoffelzubereitung (übertreibe ich?) quasi wie von selbst und enwickelten nebenbei noch eine prächtig goldbraune Kruste. Ich vermute der Trick ist die richtige Temperatur, außerdem scheint eine Pfanne mit Deckel tatsächlich hilfreich. (Sowas besitze ich jetzt, cool.) Hätte ich dem Papa mal besser zugehört, bestimmt ist es genau das, was er immer sagt. (Und bestimmt gibt es noch ganz viele andere Tricks, die ich nicht berücksichtigt habe...) Also klar, die Zwiebeln sind ein bisschen angebrannt aber ich denke, das muss so sein. Desweiteren gehe ich in letzter Zeit irgendwie legasthenisch mit Salz um (=versalze alles). Weiß auch nicht, was da los ist.

Wünscht mir Glück bei der ersten meiner drei Abschlussklausuren morgen (in Bratkartoffelologie - versteht sich).



(Fuck! Kaum macht man mal nur ein Foto, schon isses unscharf!)

Zutaten
Sonnenblumenöl
2 kleine Zwiebeln
paar Kartoffeln
Salz
ggf. Papikapulver edelsüß
Klacks Mayo

Zubereitung
Zwiebeln in Ringe, Kartoffeln in nicht zu dicke (!) Scheiben schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen. Erst auf mittlerer Hitze Zwiebeln andünsten, dann Kartoffeln zugeben. Deckel drauf und bei mittlerer Hitze relativ lange braten. Zwischendurch mal schwenken, die Kruste bildet sich allerdings recht langsam, also bloß nichts übereilen. Mit Salz und Paprika würzen und wenn gar und knusprig, mit lecker Mayo servieren.

Susanne (Gast) - 6. Nov, 22:55

Oh - ich kenne die Bratrkartoffelvorträge des genannten Papas und kann alles bestätigen. Nur Zwiebeln kamen nie darin vor, konnten folglich auch nicht verbrennen - oder sollte ich das völlig verdrängt haben? Dafür gab es immer tonnenweise Mayonnaise.

porcelinablue - 6. Nov, 23:37

Ja, verbrannte Zwiebeln sind aber wichtig, hab ich von Simon gelernt. :)
Anikó (Gast) - 7. Nov, 17:43

Glückwunsch zu den gelungenen Bratkartoffeln! An welche aus rohen Kartoffeln trau ich mich auch nicht ran ... Ich hab mal in ner Kochsendung den Tipp bezüglich der Zwiebeln gesehen, dass man sie einfach aus der Pfanne holt, bevor man die Kartoffeln rein gibt und erst zum Schluss wieder dazu gibt :-)
Und ich glaube, ich muss endlich mal ein ordentliches Gulaschrezept veröffentlich, wobei das soo simpel ist, dass es fast peinlich ist zu veröffentlichen ...

kochSchlampe (Gast) - 8. Nov, 15:22

Ich habe mal gelernt, und es hat sich bisher auch durchaus bewährt, dass die Zwiebeln erst dazu kommen, wenn die Kartoffeln auf der ersten Seite die goldene Kruste bekommen. Dann können sie nicht (so leicht) verbrennen und alles wird gut.

porcelinablue - 8. Nov, 21:49

Sehr viele sehr hilfreiche Tipps, ihr Lieben! Ich werd's mir für das nächste Mal merken! :)

Anikó - vor allem ein simples Gulaschrezept hätte ich sehr gern! Nicht, dass ich nicht prinzipiell wüsste, wie das geht. Aber ich würde natürlich gern Floskeln wie "original ungarisches Rezept mit Familientradition..." anbringen.

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"Meat & Greet" war ursprünglich ein Projekt von Anke und Marianne, zwei Studentinnen der Geisteswissenschaften, die - sicherheitshalber! - ihre Skills in guter Hausfrauenküche verbessern wollten. Zu diesem Zweck trafen sie sich mehr oder weniger regelmäßig und bekochten sich gegenseitig fleischreich, um sich danach zu betrinken. Mittlerweile hat sich das Weblog dazu zu einer Art Rezepte-Tauschbörse mit gelegentlichen Exkursen in verschiedene alltagsnahe Richtungen entwickelt.

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