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Meat & Greet No. 12

Gestern gab es endlich wieder ein Meat & Greet.

Weil meine Schmor-Erfolge bisher zu wünschen übrig ließen, habe ich mich dieses Mal wieder an Gulasch gewagt. Was ich in den letzten Wochen über Fleisch gelernt habe, ist Folgendes: Jedes Stück totes Tier kennt drei Phasen. Erst ist gar, dann ist es zäh, und dann ist es wieder gar. (Eventuell gibt es auch eine vierte Phase, die "verkocht" oder "zerfallen" heißen könnte. Diesen Punkt zu erreichen - falls es ihn gibt - , scheint mir aber ein Maß an Geduld zu erfordern, das ich mit Sicherheit niemals aufbringen werde). Bei manchen Zubereitungs- und Fleischstück-Arten nutzt man die erste Garheits-Phase, bei manchen die zweite. Dazwischen liegt die teuflische Phase zwei - die einem kaum zu zerbeißende, faserige Lappen beschert.
Nachdem ich dieses verstanden hatte, war das Gulasch immerhin nicht mehr zäh. Vor dem Zeitpunkt, an dem die ganze Flüssigkeit verkocht war, roch es auch phantastisch, danach leider ein bisschen...na ja, verbrannt? (Um die Dinge beim Namen zu nennen.)
Auch an der Konsistenz der Kartoffelklöße kann man definitiv arbeiten. Irgendwie scheinen die Mehlangaben in solchen Rezepten oft völlig an den Haaren herbeigezogen zu sein - fiel mir einst schon bei den Kürbisgnocchi auf.

Abgesehen vom na ja, nicht gerade misslungenen, aber auch nicht perfekten Hauptgang gab es aber eine sehr leckere Vorspeise und einen geradezu großartigen Nachtisch (Fett mit Fett mit Fett mit Fett mit Alkohol), den die Mitbewohnerin und ich zu den Wein-Resten von gestern eben zum zweiten Mal zubereiten mussten.
Ich dachte immer, Zabaione wär so schwer hinzukriegen! Was ich hingegen nicht dachte, ist, dass Emmentaler so genial zu "Apfelpfannkuchen" passt. Leider gibt es kein Foto, auf dem das wunderschöne Altrosa des Weinschaums gut zur Geltung kommt, aber - es war da! Wirklich.

Zu erwähnen wäre noch das wunderschöne Gast-/Geburtstagsgeschenk, das ich von Anke bekam. Vier wunderschöne, selbstgenähte Servietten mit kleinen roten und grünen Karos, die sich ausgezeichnet in den von Sarah genähten Serviettenringen machen. Ihr Lieben versorgt mich mit unglaublich hübschen und mit Liebe gemachten Küchenutensilien. Ich danke euch.





Wir freuen uns auf's nächste Meat & Greet irgendwann zwischen Weihnachten und Silvester, bei dem wir unser einjähriges Jubiläum feiern werden - nicht des Blogs, sondern der Institution. (Angefangen hat übrigens alles mit Hühnchen in Estragon-Soße.)

Jetzt die Rezepte!





Zutaten (für 3 bis 4 Personen, dazu etwas Fladenbrot)
1-2 Fenchelknollen (je nach Größe)
1 rote, 1 grüne, 1 gelbe Paprikaschote
Rosmarin, Thymian, Oregano (frisch und gehackt)
2-3 Knoblauchzehen
1 Lorbeerblatt
Salz
eine große Menge Olivenöl

Zubereitung
Paprika und Fenchel waschen und in grobe Stücke zerschneiden. (Ich habe jedes Paprikaviertel noch einmal geviertelt und den Fenchel geviertelt und die Schichten aueinandergefriemelt). Knoblauchzehe kleinschneiden.
Reichlich Olivenöl im Topf erhitzen. Paprika und Fenchel unter stetigem Rühren braten, bis das Gemüse beginnt, weich zu werden. Topf vom Herd nehmen und Kräuter, Lorbeerblatt und Salz hinzufügen, alles vermischen und im Topf abkühlen lassen. In eine Schüssel füllen, noch etwas Olivenöl angießen und einen Tag marinieren. Dazu schmeckt Ciabatta, Fladenbrot oder sowas.





Paprika-Gulasch:
Zutaten (für zwei Personen)
ca. 400 g Rindergulasch
1 Zwiebel (etwa 200 g)
1 Knoblauchzehe
eine rote Paprika
etwas Öl
etwas Tomatenmark
trockenen Rotwein (ca. 200 ml)
Gemüsebrühe (ca. 250 ml)
Paprikapulver, edelsüß
Salz & Pfeffer
Mehl, Schmand zum Andicken der Soße

Zubereitung
Paprika waschen und in Streifen schneiden. Diese einmal in der Mitte quer halbieren. Zwiebel fein würfelnund KNoblauch hacken. Olivenöl im großen Topf/Bräter erhitzen. Fleisch portionsweise darin anbraten, beiseitestellen.
Im Bratfett vom Fleisch Paprika, Zwiebeln und Knoblauch anbraten. Fleisch hinzugeben. Tomatenmark hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver (ca. 1TL) würzen. Lorbeerblatt dazugeben. Mit Rotwein und Gemüsebrühe ablöschen und ca. 1,5 Stunden mit Deckel schmoren. Falls die Flüssigkeit verkocht, rechtzeitig Wein oder Brühe nachgießen.
Wenn das Fleisch gar ist, Soße mit etwas Mehl (ca. 4-6 EL) abbinden. Dann mit etwas Schamnd/Creme Fraîche verfeinern.

Klöße:
Zutaten (für ca. 5 Klöße)
etwa 500 g Kartoffeln
reichlich Mehl (mindestens 100 bis 150 g, eher mehr)
1 Ei
Muskat
Salz, Pfeffer
Gemüsebrühe
Rosinen
1 Zwiebel
etwas Butter zum Anbraten der Füllung

Zubereitung
Kartoffeln mit Schale kochen. Pellen. Noch heiß zerstampfen und mit Mehl und Ei zu einem glaten Teig verarbeiten. So lange Mehl zugeben, bis der Teig nicht mehr schlimm klebt und formbar ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Zwiebel fein hacken und mit Rosinen in etwas Butter anbraten.
Aus dem Teig Klöße formen und in die Mitte etwas von der Füllung geben. In Gemüsebrühe etwa 12-15 Minuten kochen.





Zutaten (für 4 Desserportionen)
für die Apfelküchlein:
3 Äpfel
Saft von 1 Zitrone
100 g Mehl
200 g Sahne
Prise Salz
75 g geriebener Emmentaler
1 Ei
1 Eiweiß

außerdem:
Mehl zum Wenden
Zucker zum Wenden
Butter zum Braten

für den Rotweinschaum:
250 ml Rotwein
4 Eigelb
4 EL Vanillezucker

Zubereitung
Mehl, Sahne, Salz, Käse und das ganze Ei verrühren. Eiweiß aufschlagen und unterheben. Teig etwa 1 Stunde ziehen lassen.
Die Äpfel schälen, entkernen und in Ringe schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln. Reichlich Butter oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen.
Apfelringe auf einem Teller in Mehl wenden und das überschüssige Mehl abklopfen. Anschließend durch den Teig ziehen. In der Pfanne von beiden Seiten goldgelb backen, anschließend in Zucker wenden.

Für die Zabaione die Eier mit dem Zucker in einem kleinen Topf oder einer Metalschüssel verrühren. Im heißen Wasserbad - Achtung! Weder das Wasser noch die Eier dürfen kochen. Ich habe das Wasser kurz aufgekocht, von der Herdplatte genommen und dann erst die Eier drüber gehalten - mit dem Schneebesen aufschlagen, dabei nach und nach den Rotwein hinzugeben. Schlagen, bis die Masse dickflüssig und schaumig wird.

Etwas Zabaione auf einen Dessertteller geben, darauf die Apfelküchlein. Schmeckt grandios mit einer Kugel Vanilleeis.

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Was das alles soll

"Meat & Greet" war ursprünglich ein Projekt von Anke und Marianne, zwei Studentinnen der Geisteswissenschaften, die - sicherheitshalber! - ihre Skills in guter Hausfrauenküche verbessern wollten. Zu diesem Zweck trafen sie sich mehr oder weniger regelmäßig und bekochten sich gegenseitig fleischreich, um sich danach zu betrinken. Mittlerweile hat sich das Weblog dazu zu einer Art Rezepte-Tauschbörse mit gelegentlichen Exkursen in verschiedene alltagsnahe Richtungen entwickelt.

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