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Mittwoch, 24. September 2008

Der richtige Zeitpunkt für Spekulatius



Neulich im Supermarkt hat ein Freund von mir etwas angesprochen, das mich in der ein oder anderen Variation auch schon öfter beschäftigt hat.
Ab Ende August sind in praktisch jedem Lebensmittelgeschäft Printen, Schoko-Nikoläuse, Dominosteine und vor allem die geliebten BLÄTTERKROKANTKUGELN zu haben. Wie vermutlich viele meiner Freunde habe ich als Kind jedes Jahr Sätze wie "Schrecklich, schon wieder das ganze Weihnachtszeug, das bekommt man auch jedes Jahr früher" oder "Dominosteine kaufe ich aber frühestens im November!" zu hören bekommen. (Wobei meine Mutter diese Regelung bei Marzipankartoffeln aus unerfindlichen Gründen weniger genau genommen hat...) Irgendwie habe ich damals stillschweigend akzeptiert, dass das so seine Richtigkeit hat. Und vermutlich hatte es das auch, wenn man berücksichtigt und seinen Eltern zugute hält, dass Kinder Strukturen und Rituale brauchen.

Heute handhabe ich das aber anders. Es fing an, als ich vor Jahren in brütender Hitze auf einem verlassenen Bahnsteig feststellte, dass mir "Driving home for Christmas" im Sommer viel besser gefällt als im Winter. Und seit ich die Christmas-EP-Box von Sufjan Stevens besitze, ist es praktisch unmöglich, den Weihnachtsliederkonsum auf ein paar Tage im Jahr zu beschränken. Wieso also nicht auch im Spätsommer in der Küche sitzen, Weihnachtslieder hören und Spekulatius essen? Das ist nämlich viel netter, wenn man nicht davon ausgehen kann, dass in der Wohnung nebenan gerade genau dasselbe passiert.
Ähnlich wie selber entscheiden zu können, wie lange man abends aufbleibt, ist "selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für Weihnachtssüßwaren ist" einer der großen Vorteile des Erwachsenseins.

Minipaprika mit Flusskrebsen

Auch, wenn man das Wort "Fingerfood" natürlich lieber vermeiden möchte, ist es für diesen "Snack" (noch ein Wort, das man lieber vermeiden möchte!) nicht ganz unangebracht. Mit zwei Happs sind die kleinen süßen Paprikas (ich möchte immer "Papriken" schreiben. Aber das ist ganz sicher falsch. Trotzdem würde ich gern! Bnnggngngngnrgs!) im Mund verschwunden und Messer und Gabel braucht man auch nicht. Happshapps.



Zutaten
kleine, orangefarbene Mini-Spitzpaprika
Flusskrebse
Hüttenkäse
Feige(n)
Chilipulver
Salz, Pfeffer
Zitronensaft
Parmesan

Zubereitung
Ofen auf 200 Grad vorheizen. Flusskrebse mit etwas Hüttenkäse und kleingeschnittener Feige verrühren. Mit Salz, Pfeffer, Chili und Zitronensaft würzen. Mini-Paprikas längs halbieren und Kerngehäuse entfernen. In eine Auflaufform legen. Mit der Flusskrebs-Mischung füllen und mit Parmesan bestreuen. Circa 20 Minuten backen.



Ich hab's gegessen mit getoastetem Vollkornbrot mit Wasabi.

Zitronen-Amerikaner

Hier das gestern angekündigte Amerikaner-Rezept.



Zutaten (für so etwa sieben bis acht Stück)
100 g Margarine
100 g Zucker
1 Pck. Vanillinzucker
2 Eier
1 Prise Salz
1 Pck. Puddingpulver Vanille
5 EL Milch
250 g Mehl
3 TL Backpulver
abgeriebene Schale einer Zitrone

für die Glasur:
Puderzucker
Zitronensaft
wer hat und kann, Zitronenzesten zur Deko

Zubereitung
Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Das Puddingpulver mit der Milch verrühren. Die restlichen Teigzutaten zugeben und verkneten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und Teig portionsweise (ca. 1 großer Esslöffel) darauf verteilen.
Ca. 15 bis 20 Minuten backen, bis die Amerikaner goldbraun werden. Abkühlen lassen. Aus Puderzucker und Zitronensaft einen Guss anrühren und die Amerikaner damit überziehen. Ggf. mit Zitronenzesten dekorieren.

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Was das alles soll

"Meat & Greet" war ursprünglich ein Projekt von Anke und Marianne, zwei Studentinnen der Geisteswissenschaften, die - sicherheitshalber! - ihre Skills in guter Hausfrauenküche verbessern wollten. Zu diesem Zweck trafen sie sich mehr oder weniger regelmäßig und bekochten sich gegenseitig fleischreich, um sich danach zu betrinken. Mittlerweile hat sich das Weblog dazu zu einer Art Rezepte-Tauschbörse mit gelegentlichen Exkursen in verschiedene alltagsnahe Richtungen entwickelt.

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