Freitag, 20. November 2009

Ungarisches Paprika-Gulasch mit Kartoffeln und Krautsalat

Während man andernorts bereits dazu überging, in Gemüse Organe wiederzuerkennen, bin ich noch mit dem Fleisch beschäftigt, das nicht nur aussieht wie Fleisch, sondern auch tatsächlich welches ist.
Der Vorabend zur zweiten (und damit vorletzten) Abschlussklausur ist eine gute Gelegenheit für ein ungarisches Gulasch mit Kartoffeln und Krautsalat. Ganz zufällig hatte ich zwei Rezepte parat:

Gulasch nach original ungarischer Art von Anikó und feinen Krautsalat von Sonja.

Beim Gulasch hab ich (ein wenig mehr) Paprika und ein bisschen saure Sahne zugefügt, wie Anikó vorschlägt, und mich auch sonst genau ans Rezept gehalten. Rind- statt Schweinefleisch, aber das geht in Ordnung, oder!?
Tatsächlich war auch ich überrascht, dass das Fleisch ganz ohne Extra-Flüssigkeit auskommt. Schmorgerichte finde ich auch deswegen gut, weil man bei Langeweile schon nachmittags anfangen kann zu kochen und dann die ganze Wohnung nach Essen duftet. Wie bei dem bis in den Keller zu riechenden Sauerbraten, den ich im Frühjahr für Simon gemacht hab und der dann wegen Herdausfall kalt gegessen werden musste. Und die Kombination aus Paprika-Majoran riecht wirklich phantastisch und so, wie man sich einen runden Gulasch-Geruch wünscht.

Sonja sagt leider nichts dazu, wie lange so ein Krautsalat ziehen soll und ich denke nach ein, zwei Tagen schmeckt er noch besser. Für mich musste der Nachmittag reichen. Kümmel und Kohl passen prima! Ein wiederholtes Mal meinen nachdrücklichen Dank an den Erfinder des Kümmels.

Also, zusammen mit ein paar niedlichen kleinen Kartoffeln war alles ganz super und ich bin jetzt satt und zufrieden (naja...einigermaßen, aber am Essen liegt's nicht) und werde morgen einen gran-di-o-sen Essay schreiben (nicht).

Danke für die Rezepte!

(Eine kleine eingeklammerte Nachbemerkung noch zur mittlerweile beendeten "Biographie des Hungers" von Mme Nothomb: "Lesen war - neben dem Alkohol - das Wichtigste in meinem Leben. Von nun an war es der Suche nach dieser unbegreiflichen Schönheit geweiht." Danke und Prost.)



Ungarisches Gulasch mit Paprika

Zutaten (für 1 Person)
ca. 250 g Gulasch (bei mir: Rind)
1/2 rote Paprika, ich hatte eine ganze Spitzpaprika
1 mittelgroße Tomate
1 Zwiebel
etwas neutrales Öl
Salz, Pfeffer
Paprikapulver edelsüß
Paprikapulver rosenscharf
Majoran, gerebelt
etwas saure Sahne mit Mehl verrührt

Zubereitung
Paprika in Streifen und Tomate kleinschneiden.
Zwiebel schälen, würfeln und bei mittlerer Hitze sehr lange (10-15 Minuten) andünsten. Vom Herd nehmen, zwei Sorten Paprikapulver unterrühren, sofort Fleisch zugeben (Paprika darf nicht anbrennen.) Salzen, pfeffern, majoranen.
Paprika und Tomate dazu, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze ca. 1,5 Stunden schmoren. Flüssigkeit muss nicht zugegeben werden. (Faszinierend!)
Vor dem servieren die Soße mit saurer Sahne mit Mehl abbinden.

Dazu: Kartoffeln uuuuuund:


Krautsalat

Zutaten
1 halber großer Weißkohl
1/16 l Wasser
1/16 l Essig
2-3 TL Salz
2 TL Kümmelsamen
1 TL Zucker
2 EL neutrales Öl

Zubereitung
Weißkohl mit großem Messer in seeeehr feine Streifen schneiden. Alle andern Zutaten außer Öl in einem sehr großen Topf aufkochen. Herd ausmachen, Topf auf der Platte stehenlassen, Kohl dazugeben, Deckel draufsetzen und Kohl zusammenfallen lassen. Ziehen lassen - je länger desto besser, aber mit mittags zubereitet und abends verspeist kann man es schon sehr gut essen, wobei noch etwas länger (bis zum nächsten Tag) sicher noch besser schmeckt. Vor dem Servieren das Öl unterrühren.

Mittwoch, 18. November 2009

Zucker

Bei Low Budget Cooking wird wöchentlich Literatur zitiert die sich - wenn auch nur peripher - mit Essen beschäftigt. (Diese Woche Joseph Roth. Das freut mich, ich habe doch einen "Neue Sachlichkeits"-Tick und mag Roth.)

Ausnahmsweise lese ich im Moment auch ein Buch, in dem Nahrung eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Die Einstellung der Protagonistin Süßem gegenüber teile ich bekanntermaßen.

Wenn ich mich über das Naschverbot beklagte, sagte meine Mutter: "Das vergeht." Falsch. Es ist mir nie vergangen. Kaum hatte ich meine Unabhängigkeit in Essensdingen erreicht, begann ich mich ausschließlich von Süßigkeiten zu ernähren. Das tue ich heute noch. Und es passt mir wie angegossen. Ich habe mich nie besser gefühlt. Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun.
Der Ausdruck "zu süß" kommt mir genauso absurd vor wie "zu schön" oder "zu verliebt". Zu schöne Dinge gibt es nicht, es gibt nur Wahrnehmungen mit mäßigem Schönheitshunger. Und man komme mir nicht mit dem Gegensatz zwischen dem Barocken und dem Klassischen: Wer im Maß nicht das Übermaß leuchten sieht, hat eine beklagenswerte Wahrnehmung.


Amélie Nothomb: Biographie des Hungers



Dienstag, 17. November 2009

Lebkuchencookies

Mein Gewissen ist eine Mördergrube. Kann man so sagen? Jedenfalls: Statt hier irgendwie was produktives zu tun (falls jetzt essen nicht zu produktiv sein zählt, was es zumindest in meinem Fall definitiv nicht tut), backe ich. (Also alles wie immer eigentlich.) Lebkuchencookies!

Ausgehend von diesem Cookie-Grundrezept, das ganz prima ist, schuf ich mittels Beigabe von Lebkuchengewürz und gehobelten Mandeln leckere Weihnachtskekse.

Ich habe mir auch hier, schöne Keksdosen gekauft in hellblau mit so...Eiskristallen drauf! Allerdings werde ich darin wohl irgendwas anderes aufbewahren, denn Kekse esse ich immer sofort auf.



Zutaten (für 12 Cookies)
90 g Mehl
45 g brauner Zucker
30 g weißer Zucker
1/2 Ei
70 g Butter
1/2 TL Backpulver
etwas Lebkuchengewürz
gehobelte Mandeln

Zubereitung
Ofen auf 190 Grad vorheizen.
Alle Zutaten zu einem Teig verkneten. Mit zwei Teelöffeln auf Backpapier-Backblech in großen Abständen kleine Häufchen setzen. Ca. 10 bis 15 Minuten backen. Cookies müssen beim Rausholen wie immer noch weich sein und nur an den Ränden ein kleines bisschen goldig werden. Sofort vom Blech nehmen, abkühlen lassen.

Freitag, 13. November 2009

Kichererbsencurry

Angelehnt an das hier hab ich eben ein Kichererbsencurry gekocht. Prinzipiell so ähnlich wie Anikó, nur frische Tomaten statt denen aus der Dose, Schuss Sahne, Tomatenmark dazu und bisschen Parmesan drüber gestreut. Kicherbesen sind einfach super...



Zutaten (für 1)
1 kleine Dose Kichererbsen
1 TL Tomatenmark
Olivenöl
Salz, Pfeffer
2 große oder 6 kleine Tomaten
1 Knoblauchzehe
1 kl. Zwiebel
1/2 TL Garam Masala
etwas Kreuzkümmel
etwas Paprikapulver
und nach Geschmack sicher auch gerne noch etwas Koriander und Kurkuma (hab ich aber heute weggelassen)
1 Schuss Sahne
etwas geriebenen Parmesan
Couscous, Menge nach Geschmack

Zubereitung
Couscous nach Packungsanweisung zubereiten.
Olivenöl in einem Topf erhitzen, Knoblauch und Zwiebel (kleingehackt) darin anbraten. Gewürze und Tomatenmark zugeben, kurz mitdünsten. Dann Kichererbsen (abgetropft) und kleingeschnittene Tomaten zugeben, mit Deckel ein bisschen garen. Einen Schuss Sahne zugeben. Salzen, pfeffern, mit Zitronensaft abschmecken und zum Couscous geben. Bestreut mit Parmesan servieren. Bisschen Grünes drübergestreut sieht sicher nett aus.

Donnerstag, 12. November 2009

Don't panic!



Kaffee. Arbeit.

Dienstag, 10. November 2009

Happy Birthday! (Kleine Geburtstagstorte mit Schoko und Nuss)

Die Geburtstagskuchenzeit ist wieder angebrochen, meine Freundin Elli wird heut' 28 und deswegen bekam sie diese Torte mit Schokolade drin und mit Nüssen - 28jährige LIEBEN Schokolade und Nüsse.

Liebe Elli: Ein weiteres Mal Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ich weiß aus verlässlicher Quelle, dass dein nächstes Jahr großartig wird.
(Und ich habe heute so häufig gratuliert wie sicher nie jemand vorher an einem Geburtstag. Bei Glückwünschen geht ja Quantität über Qualität, finde ich! Nicht so bei Kuchen...na ja, jedenfalls nicht heute.)

Das hier ist dann auch noch mein Beitrag zu Hedonistins "Kleine Kuchen"-Event.



Foto schnell noch geschossen bevor die kleine Levia angefangen hat die 8 anzuknabbern. ("Geburtstag! Ich will Kuchen!")

Zutaten (für eine 20 cm Springform)

für den Kuchen:
50 g Zartbitterschokolade (70% Kakao)
50 g Mehl
100 g Butter
1 TL Backpulver
100 g gemahlene Haselnüsse
50 g Speisestärke
75 g Zucker
1 Prise Salz
Fett für die Form
3 Eier

für die Glasur:
50 g Zartbitterschokolade (70% Kakao)
20 g Puderzucker
2 EL Sahne
20 g Butter

Zubereitung
Ofen auf 200 Grad vorheizen. Boden der Springform mit Backpapier auslegen, Rand fetten.

Schokolade fein hacken. Hälfte des Zuckers mit Butter schaumig rühren. Eier trennen, Eigelb unterrühren. Mehl, Haselnüsse, Stärke, Backpulver und gehackte Schokolade unterkneten. Eiweiß mit Salz und der Hälfte des Zuckers steif schlagen, unterrühren.

25 bis 30 Minuten backen. (Bei meinem Ofen: Minuten.) Auskühlen lassen.

50 g Schokolade im Wasserbad schmelzen. Puderzucker, Butter, Sahne zugeben, glatt rühren. Torte überziehen, mit Mandelblättchen verzieren. (Geburtstagskuchen ohne Deko sind Quark.)


Freitag, 6. November 2009

Eine Wissenschaft für sich: Meine ersten (gelungenen) Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln

Erst wollte ich heute nachmittag Anikó schreiben und nach einem guten ungarischen Gulaschrezept fragen. (Das werde ich sicherlich auch noch...sei vorbereitet!) Aber dann hatte ich irgendwie doch keinen Hunger (was an den zwölf Tonnen Schoko-Nervennahrung heute Nachmittag liegen kann) und hab mich zunächst gegen Kochen entschieden, bis mir aus irgendeinem Grund Bratkartoffeln einfielen. Bratkartoffeln sind toll - aber immer lästig, mit Vorkochen und so...dann esse ich die Karoffeln lieber gleich im gekochten Zustand. Und mit Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln verbinde ich irgendwie nur verdammt halbgare und angebrannte Erinnerungen. Und das, obwohl mein Vater eine Koryphäe auf dem Gebiet der Bratkartoffelzubereitung ist - jedenfalls seinem berüchtigten Bratkartoffel-Vortrag nach zu urteilen. Nein, ich kann mich auch an wirklich sehr leckere Bratkartoffeln erinnern, aber trotzdem: Erwähne das Wort "Bratkartoffel", und er wägt in einer etwa halbstündigen Rede die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Zubereitungsweisen und Geschmacksergebnisse ab, um mit einer wunderbaren, alle Parteien versöhnenden These zu enden. Nichtsdestotrotz handelte es sich bei seiner Tochter bisher um eine Bratkartoffel-Versagerin: bis heute! In der neuen Pfanne (von Papa bekommen...na sowas) garten sogar die Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln, sozusagen die Königsdisziplin der Bratkartoffelzubereitung (übertreibe ich?) quasi wie von selbst und enwickelten nebenbei noch eine prächtig goldbraune Kruste. Ich vermute der Trick ist die richtige Temperatur, außerdem scheint eine Pfanne mit Deckel tatsächlich hilfreich. (Sowas besitze ich jetzt, cool.) Hätte ich dem Papa mal besser zugehört, bestimmt ist es genau das, was er immer sagt. (Und bestimmt gibt es noch ganz viele andere Tricks, die ich nicht berücksichtigt habe...) Also klar, die Zwiebeln sind ein bisschen angebrannt aber ich denke, das muss so sein. Desweiteren gehe ich in letzter Zeit irgendwie legasthenisch mit Salz um (=versalze alles). Weiß auch nicht, was da los ist.

Wünscht mir Glück bei der ersten meiner drei Abschlussklausuren morgen (in Bratkartoffelologie - versteht sich).



(Fuck! Kaum macht man mal nur ein Foto, schon isses unscharf!)

Zutaten
Sonnenblumenöl
2 kleine Zwiebeln
paar Kartoffeln
Salz
ggf. Papikapulver edelsüß
Klacks Mayo

Zubereitung
Zwiebeln in Ringe, Kartoffeln in nicht zu dicke (!) Scheiben schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen. Erst auf mittlerer Hitze Zwiebeln andünsten, dann Kartoffeln zugeben. Deckel drauf und bei mittlerer Hitze relativ lange braten. Zwischendurch mal schwenken, die Kruste bildet sich allerdings recht langsam, also bloß nichts übereilen. Mit Salz und Paprika würzen und wenn gar und knusprig, mit lecker Mayo servieren.

Dienstag, 3. November 2009

Da bin ich doch dabei!

Zeit für ein bisschen Backen ist ja immer.


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"Meat & Greet" war ursprünglich ein Projekt von Anke und Marianne, zwei Studentinnen der Geisteswissenschaften, die - sicherheitshalber! - ihre Skills in guter Hausfrauenküche verbessern wollten. Zu diesem Zweck trafen sie sich mehr oder weniger regelmäßig und bekochten sich gegenseitig fleischreich, um sich danach zu betrinken. Mittlerweile hat sich das Weblog dazu zu einer Art Rezepte-Tauschbörse mit gelegentlichen Exkursen in verschiedene alltagsnahe Richtungen entwickelt.

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